Frühlingserwachen – was Körper Geist und Seele jetzt brauchen

von | Apr 8, 2016 | 0 Kommentare

Jeder kann es schon sehen: durch den milden Winter erwacht die Natur heuer besonders früh. Oder kommt es mir nur so vor? In meinem Garten sind schon die ersten Tulpen zu sehen – und das war schon im Februar so! So sehr das Wetter der vergangenen Monate für Aufregung gesorgt hat, die Grundtendenz ist dann doch noch jedes Jahr die Selbe. Nach dem Winter kommt der Frühling und damit die Zeit der Fruchtbarkeit und des Wachstums. Zu keiner anderen Jahreszeit nehmen wir die Prozesse der Natur so bewusst wahr. Ist doch die Sehnsucht nach Sonne, Wärme und Grün groß – wie kalt und schneereich der Winter auch immer gewesen sein mag!

Aber auch in uns Menschen finden im jahreszeitlichen Rhythmus Veränderungen statt. Für manche von uns auf eine sehr beschwerliche Art und Weise: Pollenallergie und Frühjahrsmüdigkeit!

Dem Thema Allergien werde ich mich noch ausführlich in einem gesonderten Blog (oder mehreren – es ist ja ein sehr breites Thema!) widmen. Die gute Nachricht aber jetzt schon: eine Allergie ist kein lebenslanges Urteil! Es lohnt sich vor allen auch die möglicherweise dahinter steckenden seelischen Konflikte zu beleuchten. Auf der emotionalen Ebene steckt bei Allergien oft das Thema Ablehnung dahinter. „Mein Körper lehnt eine Substanz ab, die ihn normalerweise nicht tangieren sollte.“ Das gilt übrigens auch für Unverträglichkeiten.

Jetzt zum Thema Frühjahrsmüdigkeit! Wissenschaftlich gesehen gibt es noch keine vollständige Erklärung. Ein Grund scheint eine hormonelle Verschiebung zu sein. Da die Tage länger werden verringert sich das Schlafhormon Melatonin und das sogenannte Glückshormon Serotonin steigt an. Wenn das tatsächlich ein Grund sein sollte, liegt es wahrscheinlich daran, dass viele Menschen unter einem latenten Melatonin-Mangel leiden, der dadurch verstärkt spürbar wird. Hauptursache aus meiner Sicht ist der Elektrosmog, dem sich immer mehr Menschen auch freiwillig aussetzen. Handy als Wecker auf Kopfhöhe am Nachtkästchen ist heute Gang und Gebe. Leider ist unsere Zirbeldrüse, die maßgeblich an der Melatonin-Produktion beteiligt ist, sehr sensibel auf hochfrequente Strahlungen. Wahre Wunder erleben besonders jugendliche Klienten, die sich von ihrem „Wecker“ trennen können und danach sofort besser schlafen! Das ansteigende Serotonin kann ich nicht als belastend sehen. Im Gegenteil! Macht es uns doch glücklich, sorgt für bessere Gedächnisleistung, kurbelt die Sexualhormone an und ist an vielen anderen wichtigen Prozessen beteiligt! Grundlage für den Aufbau von Serotonin ist übrigens Tryptophan. Eine der 8 essentiellen Aminosäuren. Essentiel bedeutet lebensnotwendig und kann nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Diese Stoffe müssen also über die Ernährung zugeführt werden. Viele Lebensmittel enthalten diesen Baustein. Mit 450 mg/100g sind Cashewkerne und Sojabohnen die Spitzenreiter. Hülsenfrüchte im Allgemeinen wie Linsen und Bohnen enthalten durchschnittlich zwischen 220 und 300 mg/100g. Gute Quellen sind auch Weizenkeime mit ca 300mg, Thunfisch 300mg, Huhn 280mg. Auch das Schweinefleisch enthält 300mg/100g. Ich würde es aber aus anderen Gründen nicht für den täglichen Verzehr empfehlen!

Also weg mit den elektronischen Geräten aus dem Schlafzimmer, WLAN in der Nacht ausschalten, genügend Schlaf, wenn möglich vor Mitternacht, raus an die frische Luft und schon geht die Vitalitäts-Kurve wieder bergauf!

Ein weiterer Grund, den ich aus meiner Praxis nur bestätigen kann, ist die für gewöhnlich ungesündere Nahrungsaufnahme während der Wintermonate. Spätestens in der Weihnachtszeit verfallen wir in den Zuckerrausch, der unsere Blutzucker- und Insulinkurve völlig aus dem Ruder bringt. Die Kombination aus zu viel Zucker, Weißmehl und Alkohol, wenig Bewegung und kaum frische Luft bringen unsere Entgiftungsorgane an ihre Grenzen. Ganz besonders die Leber ist dabei gefordert! „Müdigkeit ist der Schmerz der Leber“.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin entspricht die Leber der Frühlingsenergie. Sie repräsentiert das Holzelement, das Lebensalter der Kindheit, die Farbe Grün sowie die Themen Wachstum, Expansion, Entfaltung und Bewegung. Auf der emotionalen Ebene finden wir zugeordnete Gefühle wie Zorn, Wut und Ärger. Wer kennt nicht den Spruch „mir ist etwas über die Leber gelaufen.“?

Was können wir also tun? Detox, Fasten, Reinigen! Ist jetzt nicht die große Neuigkeit. Hunderte Wunderkuren finden sich im Internet, jedes Jahr entstehen neue Fastenhotels und man hat schon ein schlechtes Gewissen, wenn man nicht wenigstens irgendeines der „Superfoods“ zu sich nimmt (auch über dieses Thema gibt es einen eigenen Blog).

To keep it simpel: die Leber liebt Bitterstoffe! Frühlingskräuter wie Bärlauch und Brennessel und ganz besonders Löwenzahn sind eine wunderbare Unterstützung. Mariendistel und Artischocken gelten als klassische Lebermittel aus der Naturheilkunde. Wenn wir also beginnen, das was jetzt so um uns herum wächst in den Salat oder die Suppe zu mengen, den Zucker und Weißmehlprodukte reduzieren (natürlich wäre ganz Weglassen eine Zeit lang noch besser) und mehr Bewegung an der frischen Luft machen, ist schon viel Getan! Unterstützende Maßnahmen wie Basenbäder, Körperbürsten und der gute alte Leberwickel geben dem Entgiftungsprozess nochmal einen Schubs in die richtige Richtung.

Leichtes, frisches Essen, Bitterstoffe aus Frühlingskräutern, in die Natur gehen, das Leben genießen…

All das tut nicht nur der Leber gut und lässt die Energien wieder fließen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Genuss und einen schwungvollen Start in den so heiß ersehnten Frühling.

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