Gelassen durchs Leben zu gehen ist nicht nur für unseren Seelenfrieden von Vorteil, sondern hat auch unmittelbare Auswirkungen auf unsere körperliche Gesundheit!

Sie kennen sicher den Spruch: “ich bin sauer“ wie wahr! Bei jeder emotional negativer Erfahrung schüttet unser autonomes Nervensystem Signale aus, die den Überlebensmodus = Stressmodus aktiviert, sei sie objektiv gesehen auch noch so unbedeutend. Die Wissenschaft kann heute nachweisen, was vor 10 Jahren noch in die Ecke der Esoteriker geschoben wurde: das Unterbewusstsein steuert zu 95% unsere Gefühle, Gedanken und unser Verhalten! Sobald wir etwas negativ beurteilen, stellt es für unser System eine Bedrohung dar. Das kann eine Person sein, die uns kritisiert aber auch eine scheinbar unlösbares Problem vor dem wir stehen. Es unterscheidet dabei nicht, ob wir gerade eine Abfuhr nach einer Präsentation bekommen haben, oder uns ein Räuber mit der Pistole bedroht. Dabei werden Stresshormone, besonders das Adrenalin und das Cortisol ausgeschieden, die, wenn sie nicht für Kampf oder Flucht (dafür sind sie nämlich gedacht) verwendet werden, aufwendig abgebaut werden müssen und dabei das Körpergewebe übersäuern! Das führt zu einer Schwächung des Immunsystems, denn wenn der Säbelzahntiger gerade vor mir steht, ist das Abwehren einer Virusattacke sekundär!

Welche Farbe hat Ihre Brille?

Zwei Leute, Herr A und Herr B, betrachten eine Zitrone. A trägt eine grüne Brille, B eine Rote. Für A erscheint die Zitrone blau, für B orange. Beide sehen die Zitrone also in einer anderen Farbe; wer hat recht?Jeder sieht die Realität gefiltert durch seine persönliche Brille. Unser Gehirn verarbeitet in jeder Sekunde Millionen von Sinneseindrücke. Es sortiert nach Gefahr und Bekanntheit und erstellt so in Windeseile seine Todo-Liste. Es entscheidet aufgrund von Erfahrungswerten, je mehr es davon gibt und je größer die Gefahr, desto höher die Priorität. Daher ist es so gut wie unmöglich wirklich objektiv zu sein. Jeder hat seine eigene Geschichte basierend auf seinen persönlichen Erfahrungen. So entsteht bei jedem ein ganz individueller Farbfilter.Das Problem ist, dass wir unsere Farbe meist nicht kennen, da sie sich ja in den 95% versteckt hält, an die wir bewusst nur schwer herankommen. Die Farbe des Gegenübers sehen wir schon gar nicht, maßen uns aber oft an sie ganz genau zu kennen. Das zum Thema Vorurteile!

Crashkurs in Gelassenheit

1. Atmen

Wann immer Sie merken, dass es gerade wieder passiert, konzentrieren Sie sich auf Ihre Fußsohlen und atmen Sie ruhig und so tief wie möglich ein paar Mal ein und aus. Versuchen Sie die negativen Gedanken, die gerade aufkommen zu stoppen. Wenn es die Situation erlaubt, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf etwas ganz anderes. Schauen Sie dem Gegenüber z.B. tief in die Augen und überlegen Sie etwas Paradoxes wie „welche Farbe hat wohl seine Brille gerade?“ oder zählen Sie von 50 rückwärts. Das beruhigt Ihre Biochemie.

2. Empathie aktivieren

Rufen Sie sich in Erinnerung, dass Ihr Gegenüber auch seine prägende Geschichte hat und vielleicht gelingt es Ihnen sogar ins Mitgefühl zu gehen. Denn jemand der sich ungebührend verhält, fühlt sich in diesem Moment sicher nicht wohl in seiner Haut.

3. Sachliches Klären

Geht es um aus Ihrer Sicht ungerechte, oder unwahre Behauptungen, klären Sie die Situation mit wiederholenden Fragen wie: „habe ich das richtig verstanden?..“ oder „meinten Sie…“ Möglicherweise haben Sie auf Grund Ihrer Farbbrille etwas selbst falsch interpretiert. Sehr oft handelt es sich nur um ein Missverständnis.

4. Nichts hinunter schlucken

Sagen Sie, welchen Eindruck oder welches Gefühl Sie gerade haben. Erklären Sie, was Sie verstanden haben und was nicht. Oft hören wir gerne, was wir hören wollen. Wenn uns das Gegenüber aber offen und direkt entgegnet, sind wir gezwungen darauf einzugehen.

Als Schlusswort möchte ich gerne Mahadma Ghandi zitieren:

„Niemand kann mich ohne meine Erlaubnis verletzen“

Denn nur unsere inneren, oft unbewusste Überzeugungen können das!